Verarscht!

30. Januar 2007

Verarscht! … Konzerngas teurer

Filed under: Energie,Konzerne — Gerhard Lehnhoff @ 19:31

Energie

Konzerngas teurer

WDR, Dienstag, 30. Januar 2007

 

Von Michael Houben

Während sich Verbraucher über immer höhere Energiepreise ärgern, verkaufen immer mehr Städte ihre Stadtwerke ganz oder teilweise an die großen Energiekonzerne. Düsseldorf hat es im vorigen Jahr vollzogen, Leipzig kurz vor Weihnachten beschlossen, in Kassel wird zurzeit intensiv darüber beraten. Knapp 740 Gasversorger gibt es in Deutschland, die meisten gehörten ursrprünglich den Städten und Kreisen. Im Lauf der Jahre hat sich RWE an mehr als 110 von Ihnen beteiligt, EnBW ist bei knapp 40 Gasversorgern eingestiegen, der größte deutsche Gasimporteur E.ON sogar bei mehr als 220. Die Städte bekommen durch den Einstieg der Energiekonzerne einmalig Geld in die Kasse. Und die Verbraucher? Was haben die davon? Normalerweise wird es ja billiger, wenn man direkt beim Großhändler kauft, beim Erdgas scheinen allerdings andere Gesetze zu herrschen.

Auffällige Unterschiede

Südöstlich von Frankfurt, am Rande des Vogelsberges, liegt eine Leitung der Gas-Union, einem regionalen Fernleitungsbetreiber. An dieser Firma ist E.ON mit 25 Prozent beteiligt. Über diese Leitung wird am Rande des Vogelsberges ein halbes dutzend Stadtwerke beliefert. Die Hälfte ist noch immer in rein kommunalem Besitz, an zwei von Ihnen ist über verschiedene Beteiligungen der E.ON-Konzern beteiligt, an einem ENBW. Bei den Konzernbeteiligungen kostet das Gas zwischen 6,62 und 6,93 Cent je Kilowattstunde. Bei den rein städtischen Anbietern in direkter Nachbarschaft kostet es zwischen 6,13 und 6,26 Cent. Das ist ein Unterschied von gut acht Prozent – für Gas aus ein und derselben Leitung. Und das scheint kein Einzelfall zu sein.

Seit zwei Jahren sammelt [plusminus jedes Quartal die Erdgaspreise aller deutschen Versorger und veröffentlicht sie im Internet. Immer wieder finden sich benachbarte Anbieter, die sehr unterschiedliche Preise verlangen. Und das, obwohl sie über dieselbe Fernleitung versorgt werden. Beispiel: die Stadt Jülich, westlich von Köln. Das Erdgas ist dort seit Jahren deutlich preiswerter als in den umliegenden Städten. Die Stadtwerke gehören noch der Stadt, sind klein und wirtschaften sparsam. Der für die Überwachung der Leitungsnetze zuständige Mann bedient gleichzeitig die Pforte. Die Stadtwerke im Nachbarort Düren verlangen deutlich höhere Preise. Sie sind vor Jahren schon mehrheitlich an RWE verkauft worden.

Ergiebige Daten

Kann es sein, dass Gas immer dort teurer ist, wo einer der großen Gasimporteure auch am lokalen Gasanbieter finanziell beteiligt ist? Eine Analyse der Beteiligungsverhältnisse gibt Aufschluss: Unter den 50 günstigsten Anbietern finden sich 44 rein kommunale Versorger und nur sechs, an denen ein Energiekonzern beteiligt ist. Unter den 50 teuersten Anbietern sind 33 konzerngebunden.

[plusminus hat die Daten den Konzernen zur Verfügung gestellt und wollte wissen, warum ihre Beteiligungen im Schnitt teurer sind als rein städtische Unternehmen. E.ON teilte mit, es gebe auch große Stadtwerke mit E.ON–Beteiligung, die teilweise deutlich günstiger seien als vergleichbare städtische Unternehmen. Zum Beispiel sei Leipzig teurer als die E.ON-Beteiligung Frankfurt. Ähnliche Beispiele ließen sich auch in Bayern finden.

Unter den knapp 740 deutschen Gasanbietern gibt es noch 343 Betriebe in rein kommunalem Besitz. Und darunter findet man tatsächlich auch einzelne städtische Betriebe, die teurer sind als einzelne konzerngebundene Versorger. [plusminus hat sich daher den Bundesdurchschnitt aller kommunalen Betriebe und aller Konzernbeteiligungen angeschaut. Das Ergebnis: Die kommunalen Unternehmen waren seit Beginn unserer Zeitreihe im Bundesdurchschnitt pro Kilowattstunde immer um 0,1 bis 0,2 Cent billiger als konzerngebundene Anbieter. Und das gilt nicht nur bundesweit, sondern auch in Hessen und Mecklenburg-Vorpommern. Im Saarland gibt es inzwischen zu wenige rein kommunale Unternehmen, um einen Durchschnitt bilden zu können. Allein in Bayern liegen Kommunal- und Konzernbeteiligungen preislich annähernd gleichauf. Ansonsten gilt: In jeder möglichen Durchschnittsrechnung sind die kommunalen Anbieter günstiger.

Erklärungsversuche

E.ON antwortet darauf, dass die Preisunterschiede nicht nur durch das Merkmal ‚privat oder kommunal‘ erklärt werden könnten. Es gebe noch andere, erheblich wichtigere Faktoren, die Einfluss auf die Preise haben wie beispielsweise Struktur, Absatzmenge, geografische Lage, Anbindung an das Leitungsnetz.

Das würde allerdings bedeuten, das sich die Konzerne überwiegend an besonders schlecht strukturierten Anbietern beteiligt hätten. Doch zumindest für die von uns genannten Beispiele gilt das nicht: Sie liegen jeweils kaum zwölf Kilometer voneinander entfernt, sind ähnlich ländlich geprägt, verkaufen ähnlich viel Gas pro Kilometer Leitungslänge, hängen an denselben Fernleitungen. Nur sind die kommunalen Anbieter meist kleiner.

Auf Gewinn verzichten

Das gilt für die Region westlich von Köln wie auch östlich von Frankfurt. Die Stadtwerke Büdingen verkaufen das Gas hier zurzeit pro Kilowattstunde einen halben Cent billiger als der Versorger Main-Kinzig-Gas im Nachbarort Gelnhausen. An der ist über mehrere Beteiligungsgesellschaften E.ON beteiligt. Der Bürgermeister von Büdingen und der Leiter des rein städtischen Eigenbetriebes verweisen darauf, dass sie sparsam wirtschaften, Gas- und Wasserleitungen möglichst gleichzeitig legen. Vor allem aber schont die Stadt in Zeiten hoher Preise den Geldbeutel ihrer Bürger: Sie verzichtet auf eine Gewinnabführung. Die Stadt begnügt sich mit den gesetzlich vorgesehenen Konzessionsabgaben und der Bürgermeister nennt dafür zwei Gründe: „Weil wir eine starke Eigenkapitalquote der Stadtwerke wünschen und für die Zukunft auch selbst bestimmen wollen, was mit unserem Gas und Wasser geschieht.“ Die Büdinger wissen schon lange, was wir mit unseren Daten erst herausfinden mussten: Wenn Konzerne ins Spiel kommen, wird es im Schnitt teurer.

Dieser Text gibt den Fernsehbeitrag vom 30.01.2007 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

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27. Januar 2007

Verarscht! … USAs Söldner im Irak

Filed under: Politik — Gerhard Lehnhoff @ 10:31

US-Amerikaner in den Krieg zu senden, war schon immer schwierig innenpolitisch zu vertreten. Deswegen dient Georg Bush ein Heer von 32.000 Söldnern im Irak. Diesen Söldnern, sie kommen aus Mittel- und Südamerika, bietet man diese Dienste für die Green Card an, für ein „sorgenfreies“ Leben in den USA. Somit wundert es auch kaum, dass in vielen Bereichen der US-Amerikanischen Soldaten im Irak Spanish die „Amts“-Sprache ist.

Nun will ja Georg Bush weitere zig-tausend Soldaten in den Irak senden. Auch diese müssen aus den Illegalen rekrutiert werden.

24. Januar 2007

Verarscht! … GEZ-Gebühr

Filed under: Behörden,Politik — Gerhard Lehnhoff @ 09:52

OK. Ich soll nun also auf meinem PC GEZ bezahlen, weil ich damit rein theoretisch das Werkzeug besitze um aus dem Internet heraus Radio hören zu können (du merkst die vielen Möglichkeitsformen).

Schön.

Ich las gerade, das Claudia C. Kindergeld beantragte, weil sie das Werkzeug dazu besitzt, Kinder bekommen zu können.

23. Januar 2007

Verarscht! … Das Hessische Parlament will seine Rentenpolitik nicht abschaffen.

Filed under: Politik,Rente, RV — Gerhard Lehnhoff @ 09:31

Noch groß vor einem Jahr angekündigt, muss Ministerpresident Koch nun klein beigeben: Die Hessischen Parlamentarier folgen ihm nicht und wollen ihre Rentenpolitik nicht ändern. Damit bleibt alles auch weiterhin bem alten: nach 6 Jahren Parlamentsarbeit steht dem Hessischen Abgeordneten eine monatliche Rente ab 55 Jahre ab ca. 1.500,-€ (bis ca. 4.500,-€) zur Verfügung.

Mein Bekannter arbeitet seit 20 Jahren hart. Er hat gerade mitgeteilt bekommen, dass er nach heutigen Stand 665,-€ monatlich bekommt.

Quelle: Morgenmagazin, 23.01.2007

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